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Über 1,5 Millionen Kinder leben in feuchten Wohnungen

Das Healthy Homes Barometer 2019 von Velux beleuchtet die Gesundheitsrisiken von Kindern in ihrem Wohnumfeld und in Schulen. Einkommensschwache Familien sind überproportional betroffen.
Kinder und Heranwachsende sind weit mehr als Erwachsene einem gesundheitsschädlichen Wohnumfeld ausgesetzt. 3,7 Millionen, das entspricht 35 Prozent der Kinder unter 16 Jahren in Deutschland, leben in ungesunden Häusern und Wohnungen. 1,53 Millionen berichten über Feuchtigkeit in ihren Kinderzimmern, 2,52 Millionen über zu viel Lärm, je 400.000 über zu wenig Tageslicht und zu wenig Wärme. Das ist das Ergebnis einer Meta-Studie der Denkfabrik RAND Europe über die Effekte des Wohnumfeldes auf die Gesundheit von Kindern auf Basis der European Union Statistics on Income and Living Conditions (EU-SILC). Auftraggeber der europäisch angelegten Studie ist Velux, weltweit größter Hersteller von Dachfenstern. Für diese Studie hat sich RAND Europe auf den Datensatz von 158.833 deutschen Haushalten gestützt, in denen Kinder unter 16 Jahre leben.

Zu hohe Feuchtigkeits- und Lärmwerte in Wohnungen sowie zu wenig Licht und frische Luft haben verheerende Auswirkungen auf die Gesundheit: 522.000 Kinder, das entspricht knapp fünf Prozent aller Kinder unter 16 Jahren in Deutschland, berichten über einen eingeschränkten Gesundheitszustand. Diejenigen, die in feuchten Wohnungen leben, beklagen sich zu fast 15 Prozent häufiger über mangelndes Wohlbefinden als die übrigen Kinder. In schlecht beheizten Wohnungen sind es über 50 Prozent. Vor allem in der Gruppe der Kinder, die aus einkommensschwachen Familien stammen und überproportional in schlecht sanierten Mietwohnungen leben, ist dieser Wert im Vergleich zu der übrigen Bevölkerung um fast 50 Prozent erhöht.

„Im Hinblick auf die angestrebten Klimaziele darf es keine alleinige Fixierung auf energetische Aspekte der Sanierung geben“, so Jacob Madsen, Geschäftsführer von Velux Deutschland. „Gesundheitsfragen müssen bei den Plänen der Bundesregierung zur Modernisierung der Bausubstanz eine mindestens genau so große Rolle spielen“.

Beste Rahmenbedingungen für die Ausbildung von Kindern?

Feuchte Wohnungen sind auch für 200.000 Fehltage jährlich in deutschen Schulen verantwortlich. Ebenfalls alarmierend sind die oft schlecht gelüfteten Klassenzimmer in den Schulen. Viele Bauplanungen berücksichtigen nicht genug Frischluft-Zufuhr, dadurch entsteht schlechte Luft in den Klassenräumen. Intensives Lüften in den kleinen Pausen reicht dann auch nicht aus, um in einen akzeptablen Ausgangszustand (max. 1.000 parts per million (ppm) CO2) zurückzukommen. Das Umweltbundesamt weist in seinen Veröffentlichungen auf verschiedene Studien hin, in denen CO2-Werte von teilweise über 2.000 ppm gemessen wurden. Konzentrationsfähigkeit und Lernerfolg können dabei um bis zu 15 Prozent1 sinken. Bis 1.500 ppm gilt die Luft als annehmbar.

„Die hohe Zahl der Kinder, die in einem reichen Land wie Deutschland in feuchten, zu dunklen und kalten Wohnungen leben, ist bedenklich. Würden alle betroffenen Wohnungen und Häuser angemessen saniert, könnte sich der Gesundheitszustand von 180.000 Kindern merklich verbessern – das entspricht einem Drittel aller Kinder, die wegen des Wohnumfeldes gesundheitlich beeinträchtigt sind“, so Jacob Madsen.

1Haverinen-Shaughnessy & Shaughnessy: Effects of Classroom Ventilation Rate and Temperature on Students, 2015


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